Husten: Leider keine Evidenz für ACC und Ambroxol

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Nur eine kurze Notiz:

Bin krank und arbeite von zu Hause und habe mir mal einen schnellen Überblick verschafft zur für mich gerade sehr präsenten Frage: Was hilft bei Husten?

Geht man heute in eine Apotheke, wird man viele Leute sehen, die nach den häufig beworbenen Produkten mit den Wirkstoffen ACC oder Ambroxol verlangen. Eigentlich kein Wunder bei dem Werbedruck, der da aufgebaut wird.

Dabei bin ich u.a. auf einen Artikel der Deutschen Apotheker Zeitung gestoßen (siehe hier).

Das Fazit lautet – aufs wichtigste zusammengekürzt: Für den Nutzen von ACC und Ambroxol gibt es keine belastbare Evidenz.

Das ganze stützt sich auf die S3-Leitlinie zu akutem Husten (PDF-Download) der Deutschen Gesellschaft
für Allgemeinmedizin und Familie
.

Schade ist das vor allem, weil die beiden wohl die weitest verbreiteten OTC Medikamente bei Husten sind und auch gerne von Ärzten und Apothekern empfohlen werden. Schade, das evt. sinnlos sein sollte: Für unsere Krankenkassen, die Geldbörsen der Patienten und nicht zuletzt deren Gesundheit.

Wichtig: Wer diesen Artikel nicht ungefähr bei Erscheinen (Anfang 2015), sondern zu einem späteren Zeitpunkt liest, sollte bitte unter www.degam.de/leitlinien-51.html prüfen, ob die Informationen noch aktuell sind.

Vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen Teil 2: Informationen zum Süßstoff Aspartam

In diesem zweiten Artikel der Reihe „vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen“ verweise ich heute auf einen englischsprachigen Artikel zum Süßstoff Aspartam.

Über Aspartam wusste ich bisher wenig – außer, dass ich mit dem Ziele der Kalorienreduktion ganz froh war, mich von Zucker hierauf umgestellt zu haben 😉

Gleichwohl waren die im Internet bisweilen verbreiteten Schreckensbilder nicht unbemerkt geblieben, laut derer Aspartam Krebs und bisweilen auch diverse andere krasse Erkrankungen fördern solle.

Bei der Recherche stieß ich auf die mir vorher unbekannte englischsprachige Seite sciencebasedmedicine.org, die mir anhand der dort angebotenen Artikel, deren Qualität und vor allem dank des Selbstverständnisses bzw. der Submission Guidelines gut gefällt.

Aus der Selbstdarstellung:

Science-Based Medicine is dedicated to evaluating medical treatments and products of interest to the public in a scientific light, and promoting the highest standards and traditions of science in health care. Online information about alternative medicine is overwhelmingly credulous and uncritical, and even mainstream media and some medical schools have bought into the hype and failed to ask the hard questions.

We provide a much needed “alternative” perspective — the scientific perspective.

Good science is the best and only way to determine which treatments and products are truly safe and effective. That idea is already formalized in a movement known as evidence-based medicine (EBM). EBM is a vital and positive influence on the practice of medicine, but it has limitations and problems in practice: it often overemphasizes the value of evidence from clinical trials alone, with some unintended consequences, such as taxpayer dollars spent on “more research” of questionable value. The idea of SBM is not to compete with EBM, but a call to enhance it with a broader view: to answer the question “what works?” we must give more importance to our cumulative scientific knowledge from all relevant disciplines.

SBM’s authors are all medically trained and have spent years writing for the public about science and medicine, tirelessly advocating for high scientific standards in health care.

Zu Einreichungen von externen Autoren schreibt man z.B.:

Be relevant

Like all publications, SBM gets quite a few irrelevant submissions. We urge you to read our content before submitting. It’s amazing and amusing how many apparently earnest submissions we receive from people that are not only wrong for ScienceBasedMedicine.org, but actually at odds with our values: pitches from CAM practitioners looking to promote their practice, for instance. Please don’t waste our time or yours.

Der o.g. Artikel zum Thema Aspartam ist unter http://www.sciencebasedmedicine.org/aspartame-truth-vs-fiction/ abrufbar – und läßt sich herunterdampfen auf:

  • es gibt keine vernünftigen Indizien dafür, dass der Gebrauch von Aspartam gesundheitsschädlich ist
  • wer darauf reagiert (z.B. mit Kopfschmerzen) sollte es nicht zu sich nehmen
  • Krebs, MS und viele andere dem Süßstoff unterstellte Folgen sind in seriösen Studien nicht nachgewiesen – obwohl es wenig Stoffe gibt, die ähnlich gut und lange klinisch erpobt sind

Ich trinke auf jeden Fall weiter Kaffee mit Süßstoff 😉

Link zum Originalartikel: http://www.sciencebasedmedicine.org/aspartame-truth-vs-fiction/

Vertrauenswürdige (evidenzbasierte) Gesundheitsinformationen Teil 1: Informationen zu Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit

Mit diesem Artikel starte ich eine Reihe von Veröffentlichungen, die etwas Orientierung bei der Suche nach vertrauenswürdigen Gesundheitsinformationen bieten soll.

Auch wenn ich dank meines Jobs recht gut über Anbieter von Gesundheitsinformationen sowie über die verschiedenen Gesundheitsportale Bescheid weiß, so ist es dennoch auch für mich nicht immer leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. „Etwas finden“ ist nicht das Problem – es ist die Bewertung der Informationen und somit die Einschätzung ihrer Relevanz.

Ein extremes Beispiel: Sucht man nach Krebs Therapien, findet man schnell (auf der ersten Seite!) Ergebnisse, die „alternative Krebstherapien“ anpreisen. So wird beispielsweise auf neue-krebstherapie.com über die dort angepriesene Einnahme von Vitamin B12 ausgeführt:

Viele Tausende Patienten wurden vollständig von ihrer Erkrankung geheilt, ganz unabhängig davon, ob Sie zusätzlich mit Chemotherapie oder Bestrahlungen behandelt wurden oder einen eigenen Weg beschritten haben.

Aha. Hier erfolgt also streng wissenschaftliche Beweisführung. Etwas mehr Internet-Recherche würde sicher ergänzend die beliebte Bachblütentherapie bei Krebs zu Tage fördern 😉

Was hier im Blogartikel vielleicht lustig ist, ist m.E. gemeingefährlich – umso wichtiger ist es, bei der Selektion von Informationen genau hinzuschauen, was man zur Grundlage seiner Entscheidung macht und was nicht.

Gesundheitsinformationen werden ja aus ganz unterschiedlichen Motiven und von den verschiedensten Organisationen oder Personen veröffentlicht. Das Spektrum der „Herausgeber“ reicht von Privatpersonen, Patienten, Angehörige, Selbsthilfegruppen, Pharmaindustrie, Ärzteschaft, Apotheken, Kliniken über Ministerien bis hin zu wissenschaftlichen Einrichtungen und Organisationen.

In einer idealen Welt handeln alle Vorgenannten aus hehren Motiven, sind stets über den letzten Stand der Forschung informiert, prüfen alle Informationen vor der Veröffentlichung auf das Genaueste und verfolgen weder ideologische noch wirtschaftliche Interessen.

In der realen Welt ist es schwer oder aufwendig, die Interessen der Websitebetreiber oder gar die Qualität, Verläßlichkeit und Aktualität der Informationen einzuschätzen.

Glücklicherweise gibt es weltweit und auch in Deutschland Websites (von Organisationen und Einzelpersonen), die daran arbeiten, die Situation für die Bürger bzw. Patienten zu verbessern.

In dieser losen Reihe von Artikeln stelle ich solche Websites vor – sozusagen „Sites you may trust“.

Das Stichwort bzw. mein Kriterium hierfür ist „Evidenzbasierte Medizin“. Was das genau ist, erklärt das IQWiG auf der empfehlenswerten Seite Gesundheitsinformation.de sehr anschaulich.

Den Start der Reihe macht ein Angebot der Charité Berlin mit dem Namen www.embryotox.de – Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit.

Ich habe das selbst gerade erst kennen gelernt, als ich konkret für eine Freundin nach Informationen zum Arzneimittelgebrauch in der Schwangerschaft gesucht habe.

Der Herausgeber klassifiziert sein Informationsangebot als Fachinformationen, d.h. sie sollen dem jeweils behandelnden Arzt als Grundlage für seine Entscheidung dienen. Sie sind allerdings so verständlich geschrieben, dass der „etwas gebildete Laie“ m.E. auch Erkenntnisse hieraus gewinnen kann.

Wichtig: Natürlich kann ein Laie hieraus keine Therapie entwicklen oder selbige abändern – er kann sich aber m.E. sehr wohl Hintergrundwissen anlesen, was ihn auf das Gespräch mit dem Arzt vorbereitet.

Der Zugang zu den Informationen erfolgt entweder nach Medikamenten bzw. Wirkstoffen oder nach Erkrankungen, eine Suche über die jeweiligen Themen führt dann zum gewünschten Artikel.

Fazit: Sehr kompakt und übersichtlich, Vorwissen sicher nicht schädlich, für die Beantwortung konkreter Fragestellungen sicher besser geeignet als für die grundlegende Einarbeitung in ein komplexes Thema.

Link: www.embryotox.de

Pressemitteilung: Averbis ermöglicht schnelle und präzise Suche in klinischen Befunden

Freiburg im Breisgau – 05. Juni 2012. Wollte eine Klinik eine klinische Studie durchführen oder wollten Ärzte in Befundsammlungen nach speziellen Sachverhalten fahnden, erforderte dies bisher eine äußerst komplizierte und zeitaufwendige Suchanfrage. Mit dem Recherchetool der Averbis GmbH sollen Ärzte schon bald sämtliche Freitextdokumente ihrer Klinik nach Diagnosen, besonderen Befundmerkmalen, Alter, Geschlecht und weiteren Kriterien in kürzester Zeit automatisch durchsuchen können.

Ob es um unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten geht oder um die Frage, ob das Krebsrisiko bei Kindern nach Computertomografien steigt: Relevante Patientengruppen möglichst vollständig zu identifizieren, ist von großer Bedeutung für wissenschaftliche Fragestellungen. Aber auch im „Multimedia-Zeitalter“ liegt die meiste Information, die dafür notwendig ist, nach wie vor als Text vor. In Kliniken entstehen jeden Tag tausende und abertausende solcher unstrukturierten Texte in Form von Arztbriefen, Pathologie- und Radiologieberichten. Von einem schnellen und gezielten Zugriff auf die Informationen und das Wissen in diesen Dokumenten konnten Forscher bisher aber nur träumen.

Das soll sich nun ändern. Averbis GmbH wird in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Graz ein Recherchetool einführen, das die Suche in sämtlichen Freitextdokumenten über alle Fachabteilungen einer Klinik hinweg erlaubt. „Mit der semantischen Suche von Averbis werden Ärzte mühelos, präzise und vollständig die Datenbestände ihrer Klinik nach Diagnosen, besonderen Befundmerkmalen, Alter, Geschlecht und weiteren Merkmalen durchsuchen können“, erläutert der Geschäftsführer von Averbis GmbH, Dr. med. Philipp Daumke. „So können Patientenkohorten anhand bestimmter Merkmale, die derzeit nur unstrukturiert in Datenbanken abgelegt sind, mit einer sehr hohen Vollständigkeit selektiert werden“.

Averbis GmbH hat ihre ausgezeichnete Expertise in der semantischen Suche bereits mehrmals unter Beweis gestellt – u.a. mit dem Produkt RadMiner, der Radiologen einen gezielten Zugriff auf den Text- und Bildbestand ihrer Klinik erlaubt. „Bereits bei diesem Projekt konnten wir zeigen, dass Vollständigkeit der Treffer durch semantische Suche erheblich gesteigert wird“, erklärt Daumke.

Bisher mussten vor dem Start einer klinischen Studie sehr komplizierte Suchanfragen konzipiert werden, bei denen verschiedene Synonyme und Wortteile zu berücksichtigen waren. Denn die Terminologie, die Ärzte in ihren Routinedokumenten benutzen, ist bei Weitem nicht einheitlich. Wurde eine Begriffsvariation nicht beachtet, blieben viele Dokumente einfach unerkannt. „Mit der Averbis-Technologie, welche die Bedeutung der einzelnen Fachwörter erkennt, ist es gleichgültig, ob es in den Dokumenten Karzinom, Carcinom, Ca., Krebs oder bösartiger Tumor heißt“, sagt Prof. Stefan Schulz von der Medizinischen Universität Graz. Er ist überzeugt, dass neben der Zeitersparnis vor allem die Qualität der Suchergebnisse sich signifikant verbessern wird.

Die Technologie von Averbis stellt nicht nur für klinische Forschung sondern auch für andere Anwendungsszenarien eine wichtige Grundlage dar. Die Textanalyse-Lösung ist überall dort hilfreich, wo Kliniken effektiv durchsuchen und gezielt auswerten müssen, u.a. bei der Patientenrekrutierung für klinische Studien, der automatisierten Abrechnung, zur Qualitätssicherung sowie bei der Kommunikation zwischen Leistungserbringern im Gesundheitswesen.


Disclaimer: Ich bin bei der Internetagentur dimensional GmbH beschäftigt, die in mehreren Projekten mit der Averbis GmbH zusammenarbeitet.

 

Weisse Liste Arztsuche / AOK Arztnavigator / Barmer GEK Arztsuche ist online

Die Bertelsmann Stiftung (Projekt „Weisse Liste„), die AOK und die Barmer GEK haben heute ihre Arztsuch- und Bewertungsplattform im Internet veröffentlicht.

Nach einer intensiven Konzeptions-, Planungs- und Umsetzungsphase war das Projekt zuletzt einige Monate im Pilotbetrieb gelaufen. In dieser Phase konnten AOK Versicherte in ausgewählten Regionen Rückmeldungen zur Zufriedenheit mit ihrem Arzt geben. Durch den Verzicht auf Freitextfelder und weitere Maßnahmen (siehe unten) soll Schmähkritik vermieden werden.

Durch den Zusammenschluß dreier starker Partner darf man annehmen, dass das Portal zur Arztbewertung und Arztsuche eine führende Rolle einnehmen wird: Die Bertelsmann Stiftung mit den wichtigsten Patientenorganisationen erweitern ihre Dachmarke „Weisse Liste“ um ein weiteres Themenfeld und bringen u.a. die Erfahrung des Marktführers im Bereich der Krankenhausportale mit. Durch die AOK und die Barmer GEK haben insgesamt ca. 32,2 Mio. Versicherte die Möglichkeit, ihre Bewertungen abzugeben (entsprechend 45,9% der Versicherten).

Dies ist meines Erachtens nicht nur im Sinne der Nutzer, sondern auch im ureigensten Interesse der Ärzte: Umso mehr Bewertungen vorliegen, umso valider ist die Aussage des Ergebnisses. Während bei kommerziellen Arztportalen bzw. Arztvergleichen oftmals bereits ab einer Bewertung Ergebnisse angezeigt werden, so müssen bei der Arztsuche der Weissen Liste z.B. mind. 10 Einträge je Arzt vorliegen, um die Anzeige der Bewertungen zu aktivieren. Durch eine Kopplung des Zugangs zur Bewertung an die Krankenkassenmitgliedschaft werden Doppelbewertungen verhindert. Bei anderen Bewertungsplattformen ist es i.d. Regel möglich, sich einfach mehrere Accounts anzulegen und so Manipulationen vorzunehmen – zum Wohle oder zum Übel der Ärzte. Dies wird sogar von spezialisierten sogenannten „Agenturen“ als Dienstleistung angeboten.

Sehr aufwendige Maßnahmen und Prozesse zum Schutze der persönlichen Daten und Datenschutzrechte für Bewertende (Versicherte), Nutzer der Plattform und natürlich für Ärzte stellen ein weiteres Abgrenzungskriterium für die „Weisse Liste Arzt“ dar.

Hier einige Screenshots des neuen Portals:

Weisse Liste Version

erreichbar unter http://arzt.weisse-liste.de/



AOK Version

erreichbar unter http://weisse-liste.arzt.aok-arztnavi.de/



Barmer GEK Version

erreichbar unter http://weisse-liste.arzt.barmer-gek.de/



Die Original-Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung ist hier abrufbar, die Pressemeldung des AOK Bundesverbandes ist hier zu finden.

Disclaimer: Ich bin bei der Internetagentur dimensional GmbH beschäftigt, die für Konzeption, Design und technische Umsetzung verantwortlich zeichnet.

MRSA und andere Risiken in Krankenhäusern

Es ist schon erstaunlich, wie wenig die Risiken beim Besuch eines Krankenhauses im Fokus des Medieninteresses stehen.

Der Stern, i.d. Regel vor allem für bildgewaltige Reportagen bekannt, greift das Thema immer mal wieder auf, so auch heute auf Stern Online:

Die EU ist alarmiert wegen des Zustands in vielen Kliniken in der Europäischen Union: Nach Angaben von Gesundheitskommissar John Dalli „entsteht bei jeder zehnten medizinischen Behandlung im Krankenhaus ein Schaden für die Patienten.“ Viele dieser medizinischen Fehler seien vermeidbar. Dabei gehe es sowohl um Ärzteversagen als auch um mangelhafte Sauberkeit.

Die Hygienesituation in den Krankenhäusern nannte Dalli „alarmierend“. Jedes Jahr würden in der EU rund 37.000 Menschen an Krankenhausinfektionen sterben, sagte der EU-Kommissar. 4,1 Millionen Patienten würden durch Krankenhauskeime infiziert. Es dürfe in diesem Bereich nicht gespart werden, forderte er. Zudem seien strengere Kontrollen notwendig.

Aber nicht nur Infektionen sind das Thema des Artikels – Medizin ist Handwerk und bei handwerklicher Arbeit passieren nunmal Fehler:

Auch viele der medizinischen Behandlungsfehler könnten verhindert werden, erklärte Dalli der Zeitung zufolge. Ein besseres Management in den Krankenhäusern und eine permanente Weiterbildung des Personals könnten Abhilfe schaffen.

Nicht zuletzt werden Patientenrechte thematisiert:

Dalli forderte die EU-Mitgliedsländer auf, die Rechte von Patienten bei Behandlungsfehlern zu verbessern. So sollten Fehler besser erfasst werden. Außerdem müssten Klagen erleichtert und Entschädigungen sichergestellt werden.

Unter dem Absatz „Hygiene-Schlamperei auch in deutschen Kliniken“ wird dem unbedarften Patienten, bei dem ein Krankenhausaufenthalt ansteht, sicher ganz anders:

In Deutschland haben vor allem die Infektionen mit MRSA in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Kürzel MRSA steht für Bakterienstämme der Staphylococcus aureus, die gegen das Antibiotikum Methicillin resistent sind. Sie lassen sich auch mit anderen Wirkstoffen kaum noch bekämpfen. Konkrete Statistiken fehlen allerdings, weil nach dem Infektionsschutzgesetz nur das „gehäufte Auftreten“ dem Gesundheitsamt zu melden ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) in Berlin schätzte vergangenes Jahr, dass sich jährlich bis zu einer Million Patienten wegen Hygiene-Schlamperei in den Kliniken mit Keimen infizieren. An den Folgen wie Blutvergiftung, Harnwegsinfektionen, Wundbrand oder Lungenentzündung sterben 40.000 bis 50.000 Menschen.

(zum Artikel)

Man möge mich nicht falsch verstehen: Ich habe ein hohes Maß an Respekt und Dankbarkeit für alle, die im Gesundheitswesen gute Arbeit leisten – was in Krankenhäusern und Praxen pausenlos landauf und -ab geschieht.

Ich finde es aber wirklich verstörend, dass die in Deutschland offensichtlich bestehenden Mißstände niemanden zu interessieren scheinen. Eine eher abstrakte Bedrohung durch dioxinverseuchte Eier führt zu einer mittleren Panik, aber ein grundlegendes Problem im Gesundheitswesen bzw. in den Krankenhäusern findet in der Berichterstattung fast gar nicht statt…